Therapeutisch begleitete Imaginationen (Guided Imagery) im Musik-Hörprozess

Zur Geschichte der Methode

Etwa zeitgleich entwickelten sich  in Europa und den USA der 1960er Jahre imaginative Methoden der Psychotherapie entscheidend weiter.

Während in Deutschland der Göttinger Psychiater und Bewusstseinsforscher Hans Carl Leuner das Kathathyme Bilderleben entwickelte, das später zur Katathym imaginativen Psychotherapie (KIP) wurde, experimentierte in Baltimore, USA, ein internationales Forscherteam aus Psychiatern, Psychologen, Theologen, Musik- und Kunsttherapeuten mit dem Zusammenklang von Imaginationen und Musik. Aus diesen Erfahrungen, die auch einen Wissenstransfer von Göttingen nach Baltimore mit einbezogen, wurde die musikimaginative Methode 'Guided Imagery and Music' (GIM) konzipiert.

 

mandalasVerlauf einer GIM - Sitzung

Dauer: ca. 120 Minuten

Vorgespräch

KlientIn und Therapeutin nehmen das individuelle Anliegen der Sitzung in den Blick. Im Vorgespräch wird geklärt, ob diese intensive Form der Rezeptiven Musiktherapie für die Situation und das Anliegen des Klienten/der Klientin angemessen ist (Indikation).

Einstimmung in die Tiefenentspannung (Induktion)

Je nach Thema wird die sog. Induktion individuell gestaltet. Es geht hier um eine Wahrnehmungsumleitung vom 'Außen' zum 'Innen'. Die Achtsamkeit für Körperwahrnehmungen wird gesteigert.

Musikhörphase

Das Hören der Musik im Zustand veränderter Bewusstheit, wie sie durch die vorgeschaltete Einstimmung erreicht wird, lässt oftmals traum-artige Erlebnisse entstehen. Das, womit der Klient/die Klientin beschäftigt ist, entwickelt sich im Musikhörproess oftmals zu Bildern odern Körperempfindungen, die sehr viel Informationen enthalten - aber wie im Traum in einer Symbol- oder Körpersprache entstehen können.

Der/die Hörende wird im Hörprozess von der Therapeutin sehr feinfühlig m therapeutischen Dialog begleitet und im Erleben unterstützt.

Diese Phase dauert etwa 30 – 40 Minuten. Entsprechend der Dynamiken des Vorgespräches können sehr unterschiedliche Musik'container' zum Einsatz kommen.

Kreativer Ausdruck

Nach der Musikhörphase und einer behutsamen Rückführung folgt die Einladung zu kreativem Ausdruck (z.B. durch gegenstandsloses Malen mit Ölkreide). Dabei geht es nicht um eine künstlerische Gestaltung mit Leistungsanspruch, sondern um einen intuitiven Prozess, in dem sich der/die Malende noch ganz seinen/ihren Empfindungen überlässt.

Gespräch

Hier ist Zeit und Raum das Erlebte zu besprechen, Fragen zu Klären, Erlebtes zu integrieren und sprachlich zu erfassen.