Behandlung der Schmerz-Wahrnehmung

Bei chronischen Schmerzen kann - zusätzlich zur individuellen schmerzmedizinischen Versorgung - eine musiktherapeutische Einzel - Behandlung die Veränderung der Schmerzwahrnehmung unterstützen.

Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Das Konzept

Wir wissen, dass körperlicher Befund und das Schmerzerleben nicht immer unmittelbar miteinander verknüpft sind. Schmerzen können in unterschiedlichen Situationen und Bewusstseinszuständen unterschiedlich wahr genommen werden.

Musiktherapeutisches Wahrnehmungstraining kann Schmerzpatienten darin unterstüzten, 

  • eine oftmals im Schmerz entstandene übergroße Innen - Orientierung wieder hin zu einer vergrößerten Außen- Orientierung zu öffnen. Genussvolles Hören im Außen ist das Ziel.

  • Vibrationen von besonderen Instrumenten (z.B. Körpertambura, Sitztrommel) zu erleben. Ein angstreduziertes, körperliches Fühlen im sicheren Raum kann sich neu entwickeln. 

  • vitalisierende Rhythmen körperlich zu erleben und das Erlebnis von Gemeinschaft  zu machen - anstelle der Isolierung im Schmerz. 

Musikimaginative Überschreibung kann das Schmerzgedächtniss positiv verändern.

 

Elemente der Behandlung 

Das Schmerzinterview 

Musiktherapeutische Tiefenentspannung

UmziengeltKlänge körperlich aufnehmen.

Klänge des Schmerzes komponieren

Auf der Grundlage des Schmerz-Interviews suchen Patient und Therapeutin nach Klängen und Geräuschen, die den Schmerz so gut wie möglich hörbar werden lassen. Dabei stellt die Therapeutin nach Wunsch der Patienten viele unterschiedliche Klänge an den Instrumenten dar und variiert diese nach Anweisung. Dies ist für Schmerzbetroffene eine intensive Arbeit der Auseinandersetzung mit ihrem Schmerz in einer Atmosphäre der Ruhe, Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Die gefundenen Klänge werden vom Schmerzpatienten/von der Schmerzpatientin in eine Wiederholbarkeit und Abfolge mit klaren Anweisungen für z.B. Lautstärken, Wiederholungen oder Pausen gebracht. Auf diese Weise entsteht eine sehr persönliche Komposition von Schmerzmusik, die von der Therapeutin gespielt und notiert wird, damit sie wiederholbar wird. Audioaufnahmen werden angefertigt.

Klänge einer möglichen Linderung

Auf gleiche Weise entstehen Klänge der möglichen Linderung: "Wenn ich an Linderung meiner Schmerzen denke, welche Klänge stelle ich mir vor?" – ist dabei ein Leitgedanke. Wieder gibt es ausführlich Gelegenheit viel Verschiedenes zu hören, in immer anderen Variationen, bis das Passende gefunden ist. Wieder wird die Komposition notiert und ist damit wiederholbar.

Den Schmerz dirigieren

Wie ein Dirigent/eine Dirigentin können Patienten nun in einem nächsten Schritt Klänge von Schmerz und Linderung in Abfolgen bringen. Dabei spielt die Therapeutin so exakt wie möglich nach den Anweisungen der Patienten. Viele Patienten erleben dabei Momente, in denen Ohnmachtsgefühle gegenüber dem Schmerz deutlich zurücktreten und der Weg frei wird, Neues auf zu nehmen.

Gespräche

Wie ist es? Welche Resonanzen gibt es? Welche Gefühle melden sich? Was  'kann' und was 'darf' wahrgenommen werden?

Unser gemeinsames Ziel

Dem 'Hier und Jetzt' eine neue Chance geben.

 

 

Mein Hintergrund
Neben der wissenschaftlichen Qualifizierung zum 'Master of Arts' in Klinischer Musiktherapie bildet die Qualifizierung zu 'Musikimaginativer Schmerzbehandlung' (MuSIs, Hochschule Magdeburg)  einen wichtigen Hintergrund dieser Behandlung. Darüber hinaus werden vielfache Wahrnehmungsübungen der Hörtherapie nach Cramer (TIM Zertifizierung) eingesetzt. Klinische  Erfahrungen in Schmerzmedizin und Psychosomatik sowie kontinuierliche Fortbildung und Supervision sorgen für den Erfahrungshintergrund dieser Arbeit mit Schmerzpatienten und Schmerzpatientinnen.